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Wer hat an der Uhr gedreht?

Schon vor Eintritt ins schulfähige Alter lernen wir: eine Minute hat 60 Sekunden. Oder nicht? Nicht ganz. Denn unsere Uhren orientieren sich an einem natürlichen Phänomen: der Erdrotation. Dies ist die sogenannte astronomische Zeit. Messen tun wir unsere Zeit aber mit Atomuhren. Genauer gesagt mit einem anderen natürlichen Phänomen: dem Cäsium-Zerfall. Eine Sekunde ist demnach das genau 9.192.631.770-fache der Periode eines Quantenzustandes des Caesiumatoms in einen anderen. Leider passen beide Phänomene nicht überein.

Daher gibt es Schaltsekunden. 2005 und 2008 waren die letzten Schaltsekunden. Die nächste folgt dieses Jahr am 1. Juli. Interessant ist hierbei, dass diese Sekunden, anders als das Schaltjahr, keinem genau festgelegten Plan folgen. Aus diesem Grund können viele Computersysteme diese Schaltsekunde auch nicht verarbeiten. Eine manuelle Umstellung kostet viel Aufwand und kann nicht überall garantiert werden, sodass es immer wieder zu Ausfällen kommt. Das russische Satellitensystem „Glosnass“ viel 2005 aufgrund der Schaltsekunde minutenlang aus.

Schaltsekunden stammen aus einer Zeit, als die Sekunde ein 86.400stel eines mittleren Sonnentages ausmachte. Dadurch wurde sichergestellt, dass die Sonne immer um Punkt 12 Uhr ihren höchsten Stand erreicht hatte. Allerdings beachtet diese rein mathematische Festlegung nicht die Fluktuationen der Erdrotation. Aus diesem Grund stellte man die Weltzeit 1967 um auf die Weltatomzeit. Aber, wie bereits erwähnt, auch dies führte nicht zur Abschaffung der Schaltsekunden.

Ein Gremium der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) berät in den nächsten Wochen in Genf über die Zukunft der Schaltsekunden. Einzige Lösung: Eine neue Definition der Weltzeit. Das aber klingt nach einem komplett neuen Standard. Außerdem würde diese Lösung eine Abkoppelung von der astronomischen Zeit bedeuten. Dies wollen vor allem die Engländer nicht, denn die GMT würde dann nicht mehr benötigt. Und auch im Bundeswirtschaftsministerium ist man sich einig, dass die Probleme der Umstellung geringer sind, als die Auflösung unserer Orientierung an der Natur.
19.1.12 10:52
 


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