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ADHS - Psychische Erkrankung oder pädagogisches Problem?

Viele Menschen sind bei der Diagnose von ADS oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) skeptisch. Sie sehen mit dieser Diagnose die fingierte Krankheit einer Leistungsgesellschaft bestätigt. In vielen Fällen, sei diese Krankheit nicht organisch bedingt, sondern sei vielmehr der Ausdruck einer pädagogischen oder gesellschaftlichen Fehlentwicklung. Zugegeben, wenn Eltern im Name ihrer Kinder ohne ausreichende Analyse des Einzelkindes zu Methylphenidat greifen und ihr Kind mit diesem Präparat täglich versorgen, so kann man mit Sicherheit von einem unverantwortlichen Handeln sprechen. Denn häufig sind es familiäre, soziale oder pädagogische Probleme, die den Ausschlag geben. Gibt es einen bestimmten Druck, den mein Kind ausgesetzt ist? Gibt es familiäre Differenzen, die das Kind belasten könnten? Ist das soziale Umfeld des Kindes gestört?

Ob es sich tatsächlich um eine medikamentös zu behandelnde neurobiologische Dysfunktion handelt, muss im Einzelfall geklärt werden. Und dazu reicht der Befund eines Hausarztes in der Regel nicht aus. Nur in einer Fachklinik oder Fachabteilung lassen sich medizinische Befunde klären und eventuelle Behandlungen besprechen. Ein wichtiges Kriterium ist das sogenannte „multimodale“ Vorgehen. Dazu wird zunächst die familiäre Situation des Kindes analysiert. Stellen sich familiäre Differenzen heraus, kann eine Familientherapie empfohlen werden. Stellen sich soziale Spannungen heraus, kann man in Kindergarten und Schule intervenieren, sei es durch Einzelbetreuung oder spezieller Förderung. Auch eine kognitive Therapie kann in Betracht kommen, d.h. Selbstinstruktionstraining, Selbstmanagment, Verhaltenstherapie.

Die pharmazeutische Behandlung ist also immer nur als ein Teil des multimodalen Vorgehens gerechtfertigt. Besonders dringlich wird die Aufklärung über ADHS, wenn es in den Bereich des Neuro-Enhancements geht. Schüler, die an Konzentrationsstörungen leiden oder Studenten, die unter Leistungsdruck stehen, greifen immer häufiger zu Ritalin und anderen aufputschenden Mitteln. Hier steht eine gesellschaftliche Debatte noch aus.

Wer weitere Antworten sucht, dem sei die Stellungnahme der Bundesärztekammer empfohlen.

9.11.11 10:32
 


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